PKV (private Krankenversicherung) als Schnittstelle zur Berufsunfähigkeit


Als privat Versicherter sind Sie bei Ihrem Arzt ein gerne gesehener Patient. Ihr Status „Privatpatient“ ermöglicht dem Arzt Sie individueller behandeln zu können als einen Kassenpatienten. Der Arzt ist nicht den Budgetierungen und Reglementierungen der GKV (gesetzliche Krankenversicherung) unterworfen. Die Abrechnung eines Privatpatienten basiert auf der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte)  bzw. bei zahnärztlicher Behandlung  auf der GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte). Diese Abrechnungspraxis ist für den Behandler lukrativer bzw. kostendeckender als das Abrechnungssystem für GKV-Versicherte, da die privatärztliche Gebührenordnung vom Grundsatz her deutlich über die Vergütung in der GKV hinausgeht.
Nach der Behandlung erhalten Sie von Ihrem Behandler eine Rechnung, für deren Begleichung Sie verantwortlich sind. Bei welcher PKV und in welchem Tarif Sie versichert sind interessiert den Arzt nicht, denn der Ausgleich seiner Rechnung erfolgt durch Sie, den Patienten.
Erst später kommt Ihre PKV ins Spiel. Denn diese ist für Sie eine Rückversicherung, die Ihnen im besten Fall die beim Arzt entstandenen Kosten voll erstattet. Ob eine Erstattung erfolgt, hängt von Ihrem individuellen Versicherungsschutz, vom Tarif ab. Den Inhalt des Versicherungsschutzes bestimmen Sie bei Abschluss Ihrer PKV.

Es gibt derzeit 49 unter Bundesaufsicht stehende PKV-Unternehmen, mit einer für den Laien unüberschaubaren Vielzahl an Tarifangeboten. Jeder Tarif hat unterschiedliche Leistungsinhalte. Momentan stehen über 3500 Tarife und Kombinationen zur Auswahl.

Genesung oder Berufsunfähigkeit

Die PKV spielt im Verlauf der Krankheit eine herausragende Rolle, denn ob eine Krankheit tatsächlich zu Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit führt hängt stark von der Qualität der medizinischen Versorgung ab. Wer die beste medizinische Versorgung in Anspruch nehmen kann hat auch die besten Chancen auf Genesung. Wer aufgrund fehlender Leistungsinhalte einen Großteil seiner Behandlungskosten selber tragen muss, und dadurch an seine finanziellen Grenzen stößt, wird die ärztliche Behandlung auf das finanziell machbare beschränken.

Der Wert Ihrer Versicherung zeigt sich erst im Leistungsfall

Wie bei jeder Versicherung gilt bei der PKV dieser Satz in ganz besonderem Maße. PKV Versicherte wähnen sich aufgrund ihres Status als „Privatpatient“ in Bezug auf das Leistungsspektrum ihrer Versicherung häufig in trügerischer Sicherheit. Im Gegensatz zu GKV-Versicherten, die bereits innerhalb der Arztpraxis/dem Krankenhaus erfahren welche Leistungen durch die Kasse übernommen werden, erfährt der PKV-Versicherte dies erst nachdem die Leistung erbracht wurde und die Rechnung dem Versicherer zur Erstattung vorgelegt wird. Im Falle kostenintensiverer Behandlungen und Verord-nungen kann dies zu bösen finanziellen Überraschungen führen und zu der Erkenntnis, dass die Wahl der Versicherung die falsche war.
Sind Sie über das Leistungsspektrum Ihrer eigenen PKV vollständig informiert?
Oftmals wird der Abschluss einer PKV anhand von wirklich unwichtigen Merkmalen wie z.B. der Höhe der Erstattung von Leistungen für Brillen, Heilpraktiker oder Zahnersatz entschieden. Wirklich wichtige existenzielle Risiken bleiben unberücksichtigt. Dies liegt sicherlich aus Kundensicht auch an dem Mythos „Privat ist besser“.

Wissen Sie, ob bzw. wieviel Ihre PKV für teure Hilfsmittel
(Rollstuhl, Hörgeräte, Sprechgeräte usw.) leistet?
Wird für ambulante und stationäre Psychotherapie geleistet?
Können Sie Rehabilitationsmaßnahmen in Anspruch nehmen?
Welche Selbstbeteiligungen haben Sie im Einzelnen zu tragen?

Die Absicherung existenzieller Risiken lässt bei vielen PKV Tarifen, ja sogar bei den meisten Tarifen zu wünschen übrig. Benötigen Sie aufgrund einer Erkrankung teure Heil- und Hilfsmittel zahlen Sie in vielen Fällen einen Großteil der Kosten selber, da Ihr privater Krankenversicherungsschutz diese Leistungen nur begrenzt oder gar nicht erstattet.

Fazit:
Bei Erkrankung können Sie über die Art und Weise der medizinischen Behandlung nicht alleine mit Ihrem Arzt entscheiden. Wer kein Kostenrisiko eingehen kann muss die Behandlung vorab mit seiner PKV koordinieren.

Wie wir Ihnen helfen können:

Sie sind bereits privat versichert.
Wir analysieren Ihre PKV und machen Sie auf existenzielle Lücken aufmerksam, die im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung abgesichert sind, in Ihrer PKV jedoch nicht. Wir bieten Ihnen Lösungen an diese Risiken zu beseitigen bzw. zu minimieren. Wir streben hierbei keinen Wechsel der PKV an.

Sie tragen sich mit dem Gedanken eine PKV abzuschließen oder stehen bereits kurz vor dem Abschluss.
Wir helfen Ihnen bei der Entscheidung ob eine PKV für Sie die richtige Entscheidung ist. Sofern ja, werden Sie erstaunt sein welche massiven Unterschiede es gibt und wie klein der Kreis der Versicherer ist, die wirklich mehr bieten als die gesetzliche Krankenversicherung.

 

Hier finden Sie ähnliche Artikel:

2 Gedanken zu “ PKV (private Krankenversicherung) als Schnittstelle zur Berufsunfähigkeit
  1. Und die Tarife werden anscheinend nicht einfach transparent offengelegt. Bei der Frage „Wie werden Privatpatienten behandelt“ konnte ich die selben Erfahrungen machen wie http://www.pkv-vergleich-direkt.de/wird-man-als-privatpatient-wirklich-besser-behandelt-erfahrungen/
    D.h. man wird beim Experten doch besser behandelt, aber bei seinem vertrauten Hausarzt sehe ich keine Unterschiede.

    Vielleicht gibt es ja auch viele Dinge, die man selbst nicht merkt oder erst wieder merkt wenn man von der Privatversicherung zurück in die gesetzliche wechselt. Es gibt ja Konstellationen in denen das geht.

    Würde ich als Autoverkäufer gleich viel mehr an einer Gruppe Kunden verdienen, naja dann wären diese vielleicht auch interessanter, darum muss man sich mit Vorwürfen wohl auch zurückhalten…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

7 + = 14